Weg zum ZEN-Buddhismus

Fuzan hatte schon als Kind Interesse an der Kampfkunst entwickelt. Als er dann im Alter von 23 Jahren mit Wing-Tsun anfing, entdeckte er für sich die zugrundeliegende Philosophie des Daoismus und Buddhismus. Dieses Leitbild wurde für ihn wegweisend und hatte auf seine Entwicklung einen bedeutenden Einfluss. Im Buddhismus fand er eine Glaubensrichtung, mit der er sich voll und ganz identifizieren konnte. Für Fuzan ist Buddhismus keine Religion, die sich von anderen Glaubensrichtungen unterscheidet. Vielmehr stellt sie für ihn ein Leitbild dar, welcher Liebe und Respekt zu allen Lebewesen und Verbundenheit mit Allem lehrt. In diesem Sinne wird Buddhismus oft als eine Geistesschulung bezeichnet, die über den religiösen Rahmen hinausgeht. Demnach erlaubt der Buddhismus eine Brücke zwischen den Religionen und Philosophie zu schlagen, betont der buddhistische Mönch Matthieu Ricard.

Fuzan fühlt sich dem Buddhismus derart verbunden, dass es ihm so vorkommt, als wäre er als Buddhist geboren. Als Bekenntnis zu seinem Glauben, rasierte er sich nach buddhistischer Tradition den Kopf. Das symbolisiert die Loslösung im Gegensatz zum Anhaften an materielle Sachen und Gewohnheiten. Im Buddhismus geht man davon aus, dass das Leid durch Anhaften an Probleme und destruktive Muster entsteht. Da alles im Wandel begriffen ist und wir keinen Einfluss auf äußere Faktoren haben, kann die Lösung nur darin liegen, seine geistige Verfassung zu verändern. Das Rasieren des Kopfes ist ebenfalls in diesem Zusammenhang als Überwindung der Abhängigkeit vom Materiellen zu verstehen.

Seit seiner ersten Begegnung mit Buddhismus bestimmen die buddhistischen Prinzipien seine Lebensführung wie seine Tätigkeit als Heilpraktiker.

Claus befasste sich eingehend mit ZEN-Buddhismus und bekam 2001 die Laienordination im zenbuddhistischen Studienzentrum im Schwarzwald. Dabei wurde ihm von Richard Baker Roshi (USA), einem der bekanntesten Buddhistischen Lehrer weltweit, sein Dharma-Name Fuzan gegeben. Fuzan bedeutet auf Japanisch „kostbarer Berg“ und symbolisiert Festigkeit und Stabilität. Knapp vertiefte seine Kenntnisse weiter und zog sich immer wieder zur Selbsterfahrung im Kloster zurück. 2005 bekam Fuzan die Mönchsordination von Meister Reigen Wang-Genh.

In Meditationen im Tempel machte Fuzan wichtige persönliche Erfahrungen. Durch intensives Meditieren gelang es Fuzan, die Trennung zu anderen Lebewesen zu überwinden und dadurch Empathie für andere zu entwickeln. Diese Erfahrung der Einheit mit anderem Lebewesen ist die Voraussetzung dafür, ihnen Respekt und Wertschätzung entgegenzubringen und in allem das Göttliche zu sehen. Sie ist zugleich ein zentrales Element im Buddhismus.

Auch im Alltag befolgt Fuzan die Grundsätze des Buddhismus: er vermeidet es, Lebewesen zu töten, sei es auch eine Spinne. Spinnen trägt er behutsam raus. Fuzan empfindet auch Pflanzen als fühlende Wesen. Er geht oft in den Wald und beobachtet die Natur. Die Achtsamkeit gegenüber kleinsten Regungen der Natur ist ein wichtiger Schlüssel, um diese Erfahrung zu verinnerlichen.